DEKRA Info Juni 2026
Coole Tipps für heiße Tage
Autofahren bei Hitzestress

Wenn der
Planet sticht:
gutes Timing reduziert den Hitzestress
Wenn im Sommer die Temperaturen durch die Decke gehen, kann es auch im Auto ungemütlich werden. Zu viel Hitze beeinträchtigt die Konzentration beim Fahren und erhöht die Unfallgefahr. Die Experten von DEKRA sagen, wie Autofahrerinnen und Autofahrer die Fahrt an den Hundstagen erträglicher gestalten.
Ohne Klimaanlage können die heißen Wochen des Jahres im Auto zur Tortur werden. Damit die Anlage einwandfrei funktioniert und nicht muffelt, empfiehlt sich zu Beginn der Saison ein Klimacheck. Selbst bei brütender Hitze sollte man das Aggregat nicht zu kalt einstellen. Bewährt hat sich, die Temperatur im Innenraum nicht viel tiefer als sechs bis acht Grad unter der Außentemperatur einzuregeln. Sonst kann der Kreislauf beim Aussteigen zu stark belastet werden. Im Auto den kühlenden Luftstrom besser nicht direkt auf den Körper richten. Damit fängt man sich leicht eine Erkältung ein.
In punkto Kleidung ist man auf der Fahrt in leichten, luftigen, bequemen Teilen gut aufgehoben. Sonnenschutzmatten und Rollos schützen vor direkter Sonneneinstrahlung. Sie sind für die Frontscheibe und die vorderen Seitenscheiben allerdings nicht erlaubt. „An einem stark aufgeheizten Auto baut sich der Hitzestau am schnellsten ab, wenn man die Türen und die Hecklappe für wenige Minuten weit öffnet“, sagt Thomas Gut, Sachverständiger bei DEKRA. „In den ersten Fahrminuten noch die Fenster geöffnet lassen, danach schließen und die Klimaanlage bei Umluft mit starkem Gebläse und niedriger Temperatur herunterkühlen. Ist die gewünschte Temperatur erreicht, nachregulieren und die Frischluftzufuhr einstellen.“
„Auch ein gutes Timing kann die Hitzebelastung verringern. Eine längere Pause in den heißesten Stunden des Tages, etwa an einer kühlen Raststätte, schafft Abwechslung. Leichte körperliche Bewegung gleicht aus und bringt der Körper wieder in Schwung“, so der Experte. Ein hoher Flüssigkeitsverlust macht müde. Bei Hitzefahrten gilt daher die Devise: trinken, trinken, trinken. Am bekömmlichsten sind Mineralwasser, Fruchtsäfte und Kräutertees. Als leichte Kost bieten sich Obst, Salate, Gemüse und leichte Snacks an.
Der Sachverständige warnt dringend davor, an heißen Tagen Kinder oder Tiere allein im Auto zurückzulassen, und sei es nur für einen kurzen Einkauf. „Es besteht Lebensgefahr. Bei direkter Sonneneinstrahlung kann sich das Fahrzeug kurzer Zeit in einen Glutofen verwandeln, der für ein Kind lebensbedrohlich werden kann“, betont Gut.
Gut planen, konzentriert fahren
Sicher durch den Stau

In der
Hauptreisezeit:
Staus und kein Ende
Die Ferienzeit bedeutet für Autoreisende nahezu das Gleiche wie Stauzeit. Im Jahr 2025 gab es auf den Autobahnen rund eine halbe Million Staus. Auch in diesem Sommer müssen sich Autofahrerinnen und Autofahrer insbesondere in der Hauptreisezeit wieder auf viel Schleichverkehr und Stillstand einstellen. Die Experten von DEKRA geben Tipps, wie man in der heißen Phase der Reisezeit den Frust mit dem Stau möglichst geringhält.
Das A&O ist eine gute Reiseplanung. Möglichst nicht zu Ferienbeginn eines Bundeslandes oder am Wochenende starten, sondern versetzt fahren. Unverzichtbar ist, kurz vor Fahrtbeginn die aktuelle Verkehrslage und mögliche Alternativrouten zu checken. Aktuelles Kartenmaterial und ein Navi-Update helfen, sich auch in unbekannter Umgebung schnell zurecht zu finden. Trotzdem sollte man genügend Zeit für Stockungen und eventuelle Umwege einplanen. Achten Sie auch auf genügend Kraftstoff im Tank und ausreichend kalte Getränke im Fahrgastraum.
Zeichnet sich eine Verkehrsverdichtung ab, gilt es, ausreichenden Sicherheitsabstand zu den Vorausfahrenden zu halten, konzentriert zu fahren und im Verkehrsfluss ‚mitzuschwimmen‘. Ein Sicherheitspolster zum Abbremsen senkt die Gefahr von Auffahrunfällen und reduziert den Stress. „Vermeiden Sie in der Kolonne, ständig die Fahrspur zu wechseln. Das bringt unnötige Unruhe in den Verkehr und erhöht ebenfalls die Unfallgefahr“, warnt DEKRA. Ein Sicherheitsfaktor bei Kolonnenverkehr ist das versetzte Fahren. Damit hat man nicht nur den Vordermann im Blick, sondern auch die Bremslichter der Fahrzeuge weiter vorn in der Kolonne, und kann frühzeitig reagieren, wenn es vorn stockt.
Gefährliche Situationen entstehen oft, wenn das Ende eines Staus erst spät zu erkennen ist, zum Beispiel hinter Kurven oder Tunnels. In diesem Fall sind beim Abbremsen nicht nur das Stau-Ende, sondern auch die nachfolgenden Fahrzeuge im Blick zu behalten, um einen Auffahrunfall im Rückraum zu vermeiden. Möglichst rasch sollte auch die Warnblinkanlage aktiviert werden, damit der nachfolgende Verkehr gewarnt wird.
Zeichnet sich ein Stau ab, so ist schon vor dem Stillstand der Fahrzeuge eine Rettungsgasse zu bilden, damit Einsatzkräfte wie Polizei oder Rettungsdienst schnell eine Unfallstelle erreichen können. Die Gasse muss zwischen den äußerst linken und dem Fahrstreifen unmittelbar rechts daneben freigehalten werden. Achtung: Sie darf nicht von anderen zum Vordrängeln oder schnelleren Vorankommen benutzt werden. Das Aussteigen im Stau ist ebenso untersagt wie das Befahren des Standstreifens, das Wenden oder Rückwärtsfahren.
Vor dem Urlaub
Reifendruck checken

Vor langen
Fahrten:
Bei kalten Reifen den Druck kontrollieren
Vor dem Start in den Urlaub gehört es zu den unerlässlichen Pflichtübungen: die Druckkontrolle an den Autoreifen. Lange Fahrten, insbesondere mit hoher Beladung und bei Hitze, sind für die Reifen der pure Stress. Ist der Reifendruck zu gering, kann dies zu Schäden am Reifen bis hin zum Ausfall oder gar Reifenplatzer führen, warnen die Reifenexperten von DEKRA. Deshalb ist der Druck vor Antritt der Fahrt am kalten Reifen zu prüfen und an den Beladungszustand anzupassen. Dabei die Angaben in der Betriebsanleitung oder direkt im Fahrzeug, zum Beispiel an der B-Säule, zu beachten. Reifen mit weniger als drei Millimeter Profiltiefe sollten aus Sicherheitsgründen alsbald ausgetauscht werden. Bei Reifen über sechs Jahren empfiehlt es sich, den Zustand vom Reifenfachmann checken zu lassen.
Lässig, aber riskant
Out-of-position im Auto

Bei
Kollision:
Becken kann unter dem Gurt durchrutschen
An heißen Tagen legt man auf dem Beifahrersitz schon mal entspannt die Füße hoch aufs Armaturenbrett. Diese Sitzhaltung sieht zwar lässig aus - bei einem Unfall können sich die Betroffenen aber schwer oder gar tödlich verletzen, warnen Unfallforscher von DEKRA. Löst der Airbag aus, werden in ‚Out-of-position‘ die Beine der oder des Mitfahrenden innerhalb Sekundenbruchteilen nach hinten gerissen. Gleichzeitig kann das Becken unter dem Sicherheitsgurt nach vorn durchrutschen. Dadurch wird die Wirkung des Gurtes stark beeinträchtigt. Die Experten erinnern daran, dass Pkw-Insassen bei einer Kollision nur dann von Airbags und Sicherheitsgurt voll geschützt sind, wenn sie sich in der normalen, aufrechten Sitzposition befinden. In anderen Sitzhaltungen – verdreht, nach vorn gebeugt oder mit hochgestellten Füßen – besteht dagegen eine hohe Verletzungsgefahr. Um effektiv geschützt zu sein, muss im Übrigen der Sicherheitsgurt immer angelegt sein, da sich Gurt und Airbag ergänzen.
