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DEKRA Info Februar 2021

Liebe Sportfreunde,
 
Euch erwarten diesen Monat Themen wie:

- Augen auf beim Geburauchtwagenkauf
- Temperaturschock bei der Autowäsche im Winter vermeiden
- Gefährliche Begegnungen mit Fahrradfahrern
- Gefährliche Rutschpatien bei Eis-und Schneeglätte
- DEKRA-Umfrage: "Gläserner Autofahrer?" - Nein, danke!
- An trüben Tagen: Auch tagsüber Abblendlicht einschalten!
 
Viel Spaß beim Lesen!

Euer ADMV e.V.
 
 
Im Frühjahr kommt Bewegung in den Automarkt
Augen auf beim Gebrauchtwagenkauf

Im Frühjahr herrscht Hochsaison auf dem Gebrauchtwagenmarkt. Wer sich zeitig in Onlinebörsen
und beim Handel umsieht, kann oft von einem breiten Angebot und niedrigeren
Winterpreisen profitieren. Damit es nach dem Kauf keine unliebsamen Überraschungen
gibt, ist es aber ratsam, einige Punkte zu beachten.
Vorsicht, Blender. DEKRA warnt ausdrücklich davor, sich beim Autokauf von einer blank
polierten Karosserie blenden zu lassen. „Jeder Gebrauchtwagen ist ein Unikat, dem man
auf den ersten Blick meist nicht ansieht, ob er vom Vorbesitzer pfleglich behandelt
wurde“, sagt Ronald Hufnagel, Gebrauchtwagenexperte bei DEKRA. „Wer sein Geld
nicht in den Sand setzen will, lässt das Fahrzeug vor dem Kauf besser vom Fachmann
auf Herz und Nieren prüfen.“
Gewährleistung und Garantie. Für mehr Sicherheit beim Gebrauchtwagenkauf sorgen
auch Gewährleistung und Garantie. Händler sind zu einer einjährigen Gewährleistung
gesetzlich verpflichtet und müssen in den ersten sechs Monaten beweisen, dass ein Mangel
beim Verkauf noch nicht vorlag. Häufig gibt es obendrauf noch eine weitergehende
Garantie und ein werkstattgeprüftes Auto mit neuer HU-Plakette. Beim Privatkauf ist dagegen
keine Gewährleistung üblich, der ungeliebte Passus „gekauft wie gesehen“ gilt
noch immer.
Check beim Sachverständigen. Wer privat kauft, kann zum Sachverständigen fahren
und das Fahrzeug rundum durchchecken lassen. Deren Prüfbericht gibt über eventuelle
Mängel detailliert Auskunft. Sind die Fahrzeugtechnik, die Karosserie innen wie außen
tiptop und ist die Elektronik ohne Fehl und Tadel, vergeben die Experten von DEKRA
zum Beispiel ein Gebrauchtwagen Siegel. Wer wissen will, was das Fahrzeug wirklich
wert ist, kann hier auch eine Bewertung in Auftrag geben.
Schriftlicher Kaufvertrag. „Wer einen Gebrauchtwagen kauft, darf es nicht an der nötigen
Vorsicht fehlen lassen“, betont Hufnagel. Auf jeden Fall sollte man die Fahrzeugpapiere
genau prüfen, eine Probefahrt absolvieren, alle wichtigen Punkte in einem schriftlichen
Kaufvertrag festhalten und zur Besichtigung unbedingt einen Fachmann mitnehmen;
denn eines ist klar: Vier Augen sehen mehr als zwei.“
 
Vor der Fahrt in die Waschanlage: Vorwäsche empfehlenswert
Autowäsche im Winter
Temperaturschock vermeiden

Wer bei Schmuddelwetter in der kalten Jahreszeit ein ansehnliches Auto fahren will, muss
häufiger eine Waschanlage ansteuern. Auch im Winter ist eine Autowäsche mit wenigen
Ausnahmen wie gewohnt möglich. Allerdings sollten Autofahrer einen Bogen um die
Waschanlage machen, wenn sich die Temperaturen bei Dauerfrost dem zweistelligen
Minusbereich nähern, warnen die Lackexperten von DEKRA. Dann besteht Gefahr, dass
die Türen festfrieren und der kalte Autolack unter dem starken Temperaturunterschied
leidet.
Vor der Fahrt in die Waschanlage ist es ratsam, Schnee- und Eis-Reste schonend zu
beseitigen, damit der Lack keine unschönen Kratzer davonträgt. Eis auf den Scheiben
befreit man vorsichtig mit einem Fenstereisschaber, den man immer nur in eine Richtung
bewegt. Noch schonender geht es mit Enteiser-Flüssigkeit. Wichtig ist eine behutsame
Vorwäsche, sei es von Hand oder mit der Sprühlanze. Damit beseitigt man gröbere
Schmutzpartikel, die dem Lack schaden können.
Mit dem Hochdruckreiniger erreicht man auch Schmutz- und Salzreste an schwer zugänglichen
Stellen, wie dem Radkasten. „Bei kalter Witterung sollte man den Wasserstrahl
aber nicht direkt auf die Spalte von Türen oder Heckklappe richten. Dies kann zum
Anfrieren von Gummidichtungen und dem Vereisen von Türschlössern führen“, warnt Anton
Schmidt, Lacksachverständiger bei DEKRA. „Im Zweifel die Türdichtungen trockenreiben
und mit Türgummipflegemittel schützen, um teuren Reparaturen vorzubeugen.“
Der Experte warnt weiter davor, die Düse eines Hochdruckreinigers länger auf eine Stelle
zu richten, vor allem nicht auf die sensiblen Reifen oder Sensoren. Außerdem sollte ein
Mindestabstand von etwa einem halben Meter eingehalten werden. Da Lack bei niedrigen
Temperaturen spröde wird, kann es bei kleinen Beschädigungen, wie etwa Steinschlag,
bei hohem Wasserdruck durch zu geringen Abstand der Hochdrucklanze zu flächigen
Lackabplatzungen kommen.
Unmittelbar nach dem Waschgang kann sich durch feuchte oder vereiste Bremsscheiben
die Bremswirkung verringern. Deshalb die Bremsen vorsichtig freibremsen, aber ohne
nachfolgende Fahrzeuge zu gefährden.
 
Gegenseitige Rücksicht senkt Unfallgefahr
Oft zu wenig Raum für Radfahrer
Gefährliche Begegnungen

Die unzureichende Trennung der Verkehrsräume ist die Ursache vieler Unfälle zwischen
Fahrradfahrern und Kraftfahrzeugen, sowie zwischen Radlern und Fußgängern, warnen
die Unfallforscher von DEKRA. „Diese drei Gruppen teilen sich in den Innenstädten oft
den gleichen Verkehrsraum, und dies bei höchst unterschiedlichen Bewegungsgeschwindigkeiten.
Hier sind lebensgefährliche Begegnungen vorgezeichnet“, sagt Unfallexperte
Danijel Cakeljic.
So ist es für motorisierte Verkehrsteilnehmer bei knapper Straßenbreite zuweilen schwierig,
genügend Seitenabstand zu Radfahrern einzuhalten. Sie sollten dennoch darauf achten,
an Radfahrern möglichst nicht zu nah vorbeizufahren und den gesetzlich vorgeschriebenen
Seitenabstand von 1,5 Metern innerorts und zwei Metern außerorts möglichst
einzuhalten. Auf schmalen Straßen bringt es beim Überholen mehr Sicherheit,
wenn Kraftfahrzeuge eine Stelle abwarten, wo der Radfahrer besser ausweichen kann.
Radfahrer wiederum sollten in solchen Situationen auch die Interessen des motorisierten
Verkehrs bedenken und an geeigneten Ausweichstellen dem motorisierten Verkehr die
Gelegenheit zum Überholen geben. Um solche Konflikte zu vermeiden, wäre es hilfreich,
wenn Radfahrer ihre Fahrstrecke so planen, dass sie vielbefahrene Straßen ohne Radweg
möglichst meiden und besser einen gefahrlosen Umweg in Kauf nehmen.
„So könnte man zumindest teilweise vermeiden, dass Radfahrer aufgrund ihrer geringeren
Geschwindigkeit zu oft zum Hindernis für die motorisierten Verkehrsteilnehmer werden“,
sagt der Unfallsachverständige. Hilfreich wäre auch, wenn Radler bei starkem Verkehr
vorhandene Radwege konsequenter nutzen würden, selbst wenn sie auf der Fahrbahn
schneller vorankommen würden.
Fehlende Verkehrstrennung führt aber auch abseits der von Kraftfahrzeugen befahrenen
Straßen und Wege immer wieder zu gefährlichen Situationen, und zwar zwischen Radfahrern
und Fußgängern. „Hier kann mehr gegenseitige Rücksicht viel zur Vermeidung
von Unfällen beitragen“, betont Cakeljic. Rechtzeitiges Klingeln vor dem Überholen von
Fußgängern sieht er als positives Gefahrensignal, das nicht als Drängeln missverstanden
werden darf. Auf Seiten der Fußgänger wünscht er sich mehr Vorsicht und Rücksicht
beim Benutzen und Überqueren von Radwegen.
 
Auf Eis und Schnee: Mit rutschenden Fahrzeugen rechnen
Gefährliche Rutschpartien bei Eis- und Schneeglätte
Abstand rauf, Tempo runter

Auf glatten Straßen müssen Autofahrer mit gefährlichen Rutschpartien rechnen, warnen
die Unfallsachverständigen von DEKRA. Bei Temperaturen unter plus 4 Grad Celsius
heißt es, die Fahrweise anpassen, um auch bei Schnee, Eis und Reifglätte das Fahrzeug
im Griff zu behalten. Mehr als 6.500 Fahrer schafften dies im Jahr 2019 nicht und verursachten
auf Schnee und Eis über 4.000 Unfälle mit Verletzten, wobei 36 Personen getötet
wurden und in rund 2.500 Fällen schwerer Sachschaden entstand.
„Damit Autofahrer auch auf glattem Untergrund ihr Fahrzeug unter Kontrolle behalten, ist
eine vorausschauende und vorsichtige Fahrweise unverzichtbar“, sagt Stefanie Ritter,
Unfallforscherin bei DEKRA. „Das Fahrzeug kann leichter von der Straße oder in den
Gegenverkehr schlittern, der Bremsweg verlängert sich bei Schnee und Eisglätte gegenüber
trockener Fahrbahn leicht auf das Doppelte. „Man muss auch jederzeit damit rechnen,
dass ein anderes Fahrzeug ins Rutschen gerät und man entsprechend reagieren
muss. Das heißt Abstand rauf und Tempo runter“, so die Expertin.
Beim Fahren auf glatten Straßen bedeutet das auch: gefühlvoll Gas geben, vorsichtig
Lenken und dosiert Bremsen. Gerät man doch einmal ins Rutschen, empfiehlt es sich,
auszukuppeln und gefühlvoll gegenzulenken. Wichtig auch: die Antriebskräfte werden am
besten bei niedriger Motordrehzahl auf eine glatte Fahrbahn übertragen. Deshalb frühzeitig
hochschalten und im höheren Gang fahren. Drehen die Antriebsräder beim Anfahren
durch, kann man versuchen, vorsichtig im zweiten Gang loszufahren.
Manchmal lässt sich eine Notbremsung nicht vermeiden. Bei Autos mit Anti-Blockier-System
(ABS) ist in solchen Situationen ein kräftiger Tritt aufs Bremspedal nötig, um die volle
Bremsleistung abzurufen. Durch das im Pedal spürbare Pulsieren des Systems darf sich
der Fahrer dabei nicht irritieren lassen.
Informieren Sie sich außerdem vor dem Start auch über die aktuellen Wetter-, Straßenund
Verkehrsverhältnisse und prüfen Sie unter Umständen Alternativen zur Fahrt mit dem
Auto. Ritter: „Und denken Sie daran: Nur mit Winterreifen, die noch mindestens vier Millimeter
Profil haben, sind Sie auf winterlichen Straßen sicher unterwegs. Ist die Fahrbahn
mit Eis überzogen, hilft nur eins: das Fahrzeug stehen lassen.“
 
DEKRA Umfrage: „Gläserner Autofahrer?“ Nein, danke!

Eine große Mehrheit der Autofahrer in Deutschland (88 Prozent) erteilt dem „Gläsernen
Autofahrer“ eine klare Absage. Sie möchten selbst bestimmen, was mit den Daten aus
dem eigenen Fahrzeug geschieht, welche Organisation oder Behörde auf welche Daten
Zugriff hat und sie verwenden kann. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen bundesweiten
Umfrage von forsa im Auftrag der Expertenorganisation DEKRA unter 1.007 Autofahrern.
Die große Mehrheit (72 Prozent) möchte auch nicht, dass Werkstatt, Versicherung
oder Behörden erfahren, wie ihr Fahrstil aussieht. Mehrheitlich (63 Prozent) finden
es die Autofahrer hingegen gut, wenn die Werkstatt oder der Hersteller sie auf nötige
Reparaturen aufmerksam macht. Knapp die Hälfte (46 Prozent) hat Angst, dass sie über
den Datenzugriff von anderen ausgespäht werden und dass ihr Fahrverhalten analysiert
oder ihr Fahrzeug gehackt werden könnte.
 
An trüben Tagen: Auch tagsüber Abblendlicht einschalten

An trüben Herbst und Wintertagen sind Autos besser zu erkennen, die auch tagsüber mit
Licht fahren. Bei Helligkeit ist auch Tagfahrlicht erlaubt, allerdings reicht es bei schlechter
Sicht, Dämmerung oder Dunkelheit nicht. Dann heißt es: rechtzeitig Abblendlicht einschalten,
erinnern die Sachverständigen von DEKRA. Da die Lichtautomatik das Abblendlicht
erst relativ spät aktiviert, sollte man dieses besser manuell einschalten. Bei
erheblicher Sichtbehinderung durch Nebel, Schneefall oder Regen darf auch am Tage
nur mit Abblendlicht gefahren werden. Nur bei solcher Witterung dürfen Nebelscheinwerfer
eingeschaltet sein, sie müssen es aber nicht. Achtung: Die Nebelschlussleuchte darf
nicht schon bei schlechter Sicht, sondern nur bei Nebel mit Sichtweiten unter 50 Metern
aktiviert werden. Bei diesen Sichtverhältnissen gilt generell ein Tempolimit von 50 km/h.
Bei all dem gilt die Grundregel „Fahren auf Sicht“. Das heißt, es darf nur so schnell
gefahren werden, damit das Fahrzeug innerhalb der überschaubaren Strecke anhalten
kann.
 
 
Text: DEKRA