Matthias Kahle mit fünftem Sieg bei Lausitz-Rallye

Matthias Kahle & Christian Dörr (Thorsten Horn)ahle & Christian Dörr

Mit viel Fleiß und einem unerschütterlichen Willen trotzte der rührige Rallye-Renn-& Wassersport Club Lausitz e.V. im ADMV allen Corona-bedingten widrigen Umständen, nahm noch in der ersten November-Woche auch die letzten der sich immer weiter aufbauenden Hürden und führte sie am Ende durch – die 23. Int. ADMV-Lausitz-Rallye.

 

Fast auf den Tag genau vor 20 Jahren erlebte die Region Weißwasser/Boxberg die Premierenveranstaltung der Lausitz-Rallye. Auf Grund des einen oder anderen Jahres, in dem es zwei Rallyes gab, fand nun am 6. und 7. November die nun schon 23. Ausgabe statt. Natürlich hing diese am seidenen Faden, doch mit dem Prädikat FIA European Rally Trophy, zum insgesamt schon sechsten Mal, wurde sie berechtigterweise als Profi-Sportveranstaltung deklariert und konnte trotz allem durchgezogen werden. Zuschauer waren in diesem Jahr leider keine erlaubt, was in den weitläufigen größtenteils umzäunten Tagebau-Gebieten zum Leidwesen der sächsischen Hardcore-Rallyefans sogar recht gut funktionierte.

Zum Endlauf der in sieben Regionalmeisterschaften unterteilten FIA ERT Central Rally Trophy, quasi der dritten Liga im internationalen Rallyesport, kamen im (ersten?) Corona-Jahr natürlich deutlich weniger internationale Besatzungen als üblich, doch ein paar Sportfreunde aus Tschechien, Polen und Litauen verliehen den Sandkastenspielen für große Jungs mit einem Schotteranteil von über 90 Prozent dennoch ein internationales Flair. Diese mischten mit überwiegend nach R5-Reglement gebauten Boliden ordentlich mit, doch ganz vorn an der Spitze bestimmten zwei deutsche Paarungen das Geschehen.

Allen voran der sechsfache Deutsche Rallye Meister und viermalige Gesamtsieger der Lausitz-Rallye, Matthias Kahle, in seinem in Skoda Fabia Rally2 evo umbenannten R 5 und der ehemalige Junior-WRC-Pilot Julius Tannert in einem im Prinzip gleichen Auto.

Auf trockenem und dennoch rutschigem Geläuf setzte der schon seit vielen Jahren in Köln lebende gebürtige Görlitzer und der Dresdner Feinkostunternehmer (Dr. Doerr) die erste Bestzeit. Doch schon auf der zweiten Wertungsprüfung schlugen Julius Tannert aus Lichtentanne bei Zwickau und Co. Helmar Hinneberg aus Hamburg zurück. In der Folgezeit wechselten sich diese beiden Paarungen beim Markieren der Bestzeiten mehr oder weniger regelmäßig ab. Auch nachdem sich der 30-jährige Tannert einmal verbremste, in den Notausgang rutschte und dabei über 20 Sekunden auf einen Schlag verlor. Das dadurch entstandene Polster war für Matthias Kahle aber keineswegs beruhigend, doch mit seiner Routine fuhr er insgesamt sechs von zwölf Bestzeiten und schließlich seinen fünften Sieg in seiner alten Heimat ein. Für Christian Doerr war es der dritte Sieg an der Seite des deutschen Rekordmeisters, dessen Chauffeur im Ziel sagte: „Das war heute einer meiner schwereren Siege hier. Das war eine große Leistung von allen, denn auch die anderen waren ziemlich eng an uns dran. Es war auch nach seinem Ausrutscher ein enger Fight mit Julius, denn er hat nie nachgelassen.“

Dementsprechend zufrieden mit seiner Leistung war Julius Tannert. „Vor allem, dass wir so dicht an Matthias dran waren. Ich hätte nicht gedacht, dass wir ihm fünf Bestzeiten abnehmen können. Ich glaube wir haben gezeigt, dass wir auch auf Schotter, einem mir weniger bekannten Geläuf, konkurrenzfähig sind.“

Im Kampf um Platz drei mussten sich die weiteren Sachsen Carsten Mohe/Alexander Hirsch in einem weiteren Skoda Fabia Rally2 evo knapp den Tschechen Jan Cerny/Petr Cernohorysky im Vorgängermodell geschlagen geben. Mit den Worten „… ich weiß, welcher Aufwand für die diesjährige Austragung betrieben werden musste. Das kann man nur in den höchsten Tönen loben …“ sprach Carsten Mohe allen direkt und indirekt Involvierten aus der Seele.

Mit Platz sechs hinter Martin Vlcek/Karolina Jugasova, ebenfalls aus Tschechien und mit einem Hyundai i20 R5 unterwegs, wiederholten deren gleich „bewaffneten“ Landsleute Ondrej Bisaha/Petr Tesinsky ihren Vorjahressieg in der FIA European Rally Trophy.

Text / Foto: Thorsten Horn