20 Jahre Lausitz-Rallye – keine Feier, aber sicherlich ein Fest

Foto: Thorsten Horn

Fast auf den Tag genau 20 Jahre nach der ersten Lausitz-Rallye in der Region Weißwasser/Boxberg findet am kommenden Wochenende eben da die nun schon 23. Ausgabe statt. Auf Grund des zweiten Lockdowns sind diesmal allerdings keine Zuschauer bei der beliebten Schotter-Rallye zugelassen, doch werden Fans auf verschiedenen Wegen das Geschehen bequem von zu Hause aus verfolgen können.

 

Dazu hat der rührige Veranstalter, der Rallye-Renn-& Wassersport Club Lausitz e.V. im ADMV, einen eigenen YouTube-Kanal eingerichtet, auf dem am Freitag ab 18 Uhr sowie am Samstag ab 11 Uhr, ab 16 Uhr und ab 20 Uhr Zusammenschnitte des aktuellen Geschehens zu sehen sein werden.

Da die 23. Int. ADMV-Lausitz-Rallye das Finale der von zahlreichen Absagen geplagten FIA ERT Central Rally Trophy sowie der Finallauf der alle sieben Regionalmeisterschaften vereinenden FIA European Rally Trophy und daher eine Profi-Sportveranstaltung ist, kann sie trotz aller Corona-bedingten Widrigkeiten durchgeführt werden. Damit war sie eine von nur ganz wenigen und zugleich die letzte Rallye-Veranstaltung in Deutschland 2020. Zudem gehört sie neben den zeitgleich in Hockenheim sowie in Oschersleben stattfindenden finalen Events der DTM bzw. des ADAC GT Masters zu den letzten Motorsport Veranstaltungen des (ersten?) verflixten Corona-Jahres.

Da in diesem Jahr bisher auch international kaum Rallyes stattgefunden haben, kommt, die Frage nach den Favoriten zu beantworten, Kaffeesatzlesen gleich. Allerdings ist davon auszugehen, dass die deutschen und internationalen R5-Piloten in der Vorhand sein dürften. Neben einigen polnischen und tschechischen Sportfreunden in ihren Skoda Fabia R5, Hyundai i20 R5, Ford Ford Fiesta R5 und VW Polo GTI R5 sollte man aus deutscher Sicht sicherlich den sechsfachen Deutschen Rallye Meister und viermaligen Gesamtsieger der Lausitz-Rallye, Matthias Kahle auf dem Zettel haben. Der schon seit vielen Jahren in Köln lebende gebürtige Görlitzer wird mit dem Dresdner Christian Doerr auf dem heißen Sitz ebenfalls in einem Skoda Fabia R 5 mitmischen.

In einem Skoda Fabia Rally2 evo darf man wohl auch den bis voriges Jahr in der Junior-WM aktiven Julius Tannert aus Lichtentanne und Co-Pilot Helmar Hinneberg aus Hamburg einiges zutrauen. Ebenso dem eingefleischten Renault-Mann Carsten Mohe aus Crottendorf und dessen Co. Alexander Hirsch aus Tannenberg, die ebenfalls mit einem angemieteten Skoda Fabia Rally 2 evo an den Start gehen. Carsten Mohe konnte sich hier schon zwei Mal in die Siegerliste eintragen.

Darüber hinaus gibt es ein Wiedersehen mit dem in Flensburg geborenen Dänen Kristian Poulsen, der bei der Lausitz-Rallye schon drei Mal auf dem Podest stand, zwischenzeitlich dem Tourenwagensport frönte und 2009 beim 24h-Rennen in Le Mans einen Klassensieg feierte. Mit seinem Landsmann Ole Frederiksen setzt auch er einen Skoda Fabia R5 ein.

Wahrscheinlich nicht um den Gesamtsieg werden Sepp Wiegand aus Grünhain-Beierfeld und Christoph Gerlich aus Chemnitz mit ihrem Ford Fiesta Rally4 kämpfen können. Falls doch, würde sich ein Kreis schließen, denn Sepp Wiegands Vater  Carsten gewann am 11. November 2000 zusammen mit Uwe Lehmann in einem Ford Escort Cosworth die erste Lausitz-Rallye.

Text / Foto: Thorsten Horn