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Hightec unter gewachsenem Blech
Die nunmehr dritte Auflage des Golf Variant wird ab 1. Juni verkauft. Seit 1993 legt VW diese Fahrzeugversion seines Bestsellers auf und konnte für die kleinen Kombis seither 1,2 Millionen Kunden in aller Welt finden. Reichlich spät kommt nun der Neue: Der Vorgänger ist seit acht Jahren, die neue Golf-Generation, auf deren Basis er aufbaut, seit vier Jahren im Handel.
Doch das Warten hat sich gelohnt: Schon auf den ersten Blick erkennt man, dass das Fahrzeug nicht nur deutlich gewachsen ist, sondern auch erwachsener anmutet. Das Design des Variant entspricht dem der aktuellen Golf-Limousine - natürlich bis auf die Heckpartie mit den in die Kotflügel integrierten Rückleuchten.In allen Dimensionen hat das Fahrzeug zugelegt. Besonders fällt die neue Länge auf: Im Vergleich zum Vorgänger hat der neue Golf Variant in dieser Hinsicht um 16 Zentimeter zugelegt - das ist eigentlich der Abstand zweier Fahrzeugklassen - und misst nun 4,56 Meter. Zudem ist er 4,6 Zentimeter breiter. Zugute kommen die neuen Maße sowohl den Passagieren, als auch dem Stauraum. So hat sich das maximale Ladevolumen bei umgeklappter Rückbank von bisher 1470 auf 1550 Liter vergrößert. Sind alle Plätze besetzt, bringt man noch 560 Liter Gepäck unter die weit aufschwingende Heckklappe. Die Zuladungskapazität reicht je nach Motorversion von 607 bis 629 Kilogramm. Modernste Motorentechnik wurde integriert; einige der neuen Triebwerke werden aber erst im Herbst angeboten. So auch der Basismotor - ein 1,4-Liter-Benziner mit 59 kW/80 PS, mit dem das Fahrzeug in der Trendline-Ausstattung 17.600 Euro kostet. Dafür werden aber schon die sechs Airbags, das ESP, 16-Zoll-Räder, elektrische Fensterheber und Zentralverriegelung in Serie geliefert.
Zum Marktstart stehen fünf Motoren zur Wahl. Zunächst die sparsamen, kultivierten Selbstzünder mit Rußpartikelfiltern, die sicher die Gefragtesten sind: Angeboten werden ein 1,9-Liter-TDI mit einer Leistung von 77 kW/105 PS sowie ein 103 kW/140 PS starker 2,0 Liter-TDI. Beide Aggregate sind sicher nicht nur für die gewerblichen Kunden interessant, die erfahrungsgemäß rund 60 Prozent aller Golf-Variant-Käufer ausmachen.
Doch auch im Benziner-Bereich wird mit zwei TSI-Motoren Spitzentechnik angeboten. Die doppelt aufgeladenen Triebwerke holen aus Hubräumen von jeweils nur 1,4 Litern die erstaunlichen Leistungen von 103 kW/140 PS beziehungsweise 125 kW/170 PS. Doch die Leistungsparameter sind nicht die entscheidenden. Viel wichtiger: Die Drehmomentwerte sind mit denen von Dieselmotoren vergleichbar, und das maximale Drehmoment wird sogar über einen breiteren Drehzahlbereich gehalten. So bieten sie eigentlich noch mehr Fahrspaß, bringen bessere Fahrleistungen und sind zumindest sparsamer als herkömmliche Benziner. So ist der 1,6-Liter-Beziner mit 75 kW/102 PS und „alter" Bauart zwar größer, aber deutlich schwächer und auch etwas durstiger.
Wie für die anderen drei Golf-Versionen, steht auch für den Variant eine breite Auswahl an Getrieben zur Verfügung. Der Renner ist jedoch das Doppelkupplungsgetriebe DSG, das immer mehr Kunden überzeugt - durch seinen Komfort, den schnellen und kaum merkbaren Wechsel der Schaltstufen und damit seine Sportlichkeit und nicht zuletzt die Tatsache, dass es sparsamer arbeitet als ein Handschalter.
Eva-Maria Becker
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